ÖKOENERGIE: „StErnE“ IN DER EbS-HAUPTKLÄRANLAGE WIEN

Voll auf erneuerbare Energien setzt die EbS-Hauptkläranlage Wien mit ihrem Projekt „StErnE – Strom aus Erneuerbarer Energie“. Bis 2011 sollen 6,5 Millionen kWh Energie durch einen breiten Mix aus sauberen Energiequellen ersetzt werden. Umweltstadträtin Mag.a Ulli Sima gab mit der Inbetriebnahme einer Kaplan-Turbine im Kläranlagen-Ablauf den Startschuss für das ehrgeizige Vorhaben.

„Mit dem vielfältigen Einsatz erneuerbarer Energien und einer Optimierung der Energieeffizienz senkt die EbS-Hauptkläranlage Wien den Einsatz traditioneller Energieträger bis 2011 um mehr als 10 Prozent“, betonte Sima: „Die Forcierung erneuerbarer Energie­träger ist ein wesentlicher Teil der Wiener Klimastrategie und ein Eckpfeiler des KliP II. Mit dem Projekt ,StErnE – Strom aus erneuerbarer Energie’ geht die EbS-Hauptkläranlage Wien dabei mit gutem Beispiel voran.“

„Wir leisten mit der Reinigung der gesamten Wiener Abwässer einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz“, erläuterte Ing. Christian Gantner, Direktor der EbS-Hauptkläranlage Wien, „dabei gehen wir nachhaltig mit den von uns eingesetzten Ressourcen um. Unser Ziel: Wir wollen so unabhängig wie möglich von den klassischen Energieträgern werden.“ Nach Umsetzung sämtlicher Maßnahmen werden in der EbS-Hauptkläranlage Wien rund 6,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) Energie eingespart bzw. durch erneuerbare Energie ersetzt, das entspricht dem jährlichen Verbrauch von 2.000 Wiener Haushalten. Die für die „StErnE“-Teilprojekte notwendigen Investitionen belaufen sich auf insgesamt knapp 2,2 Millionen Euro. Durch die Einsparung bei den Energiekosten amortisieren sich die Maßnahmen schon nach 3,25 Jahren.

So funktioniert die neue Turbine

Die neue Turbine nutzt das zwischen dem Kläranlagenablauf und dem Donaukanal bestehende Gefälle, über das im Durchschnitt täglich 550 Millionen Liter gereinigtes Abwasser in die Donau gelangen. Die Firma Kössler als Teil der „Voith Siemens Hydro Power Generation“ entwickelte dafür eigens eine für den Betrieb in gereinigtem Abwasser geeignete doppelt regulierte, vertikal-achsige Kaplanturbine, die mit 92 Prozent einen ausgezeichneten Wirkungsgrad aufweist. Die Turbine wird rund 1.500.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen – das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 500 Wiener Haushalten. Durch die Einsparung bei den Energiekosten amortisieren sich die Investitionskosten von 680.000 Euro bereits nach 4,5 Jahren.

StErnE – Strom aus Erneuerbarer Energie

Das StErnE-Projekt der EbS-Hauptkläranlage Wien sieht einen vielfälti­g­­en Mix aus erneuerbaren Energieträgern vor:

* Wasserkraft

Installierung einer Kaplanturbine im Kläranlagenablauf.
Umsetzung: 2009
Energieerzeugung: 1.500.000 kWh/Jahr

* Solarenergie

* Solarthermie:
Installation einer Solaranlage (Leistung 70 kW, Kollektorfläche ca. 100 m2) für die Gebrauchswarmwasser-Aufheizung
Umsetzung: 2010
Energieeinsparung: 50.000 kWh thermisch pro Jahr 

* Photovoltaik:

Photovoltaikanlage (Leistung 10 kW, Kollektorfläche 70 m2).

Umsetzung: 2009/2010

Energieerzeugung: 8.000 kWh/Jahr

* Windkraft

* Kleinwindkraftwerk:
Kleinwindkraftwerkanlage (Leistung ca. 20 kW, Masthöhe bis zu 30 Meter, Rotordurchmesser 10-14 Meter) auf dem Gelände der EbS-Hauptkläranlage Wien. Damit kann der gesamte Energiebedarf der Außenbeleuchtung gedeckt werden.
Umsetzung: 2010
Energieerzeugung: rd. 40.000 kWh/Jahr

 * Großwindkraftwerk:
Einsatz einer Großwindkraftanlage außerhalb des Firmengeländes:
Umsetzung: 2011
Energieerzeugung: 1.600.000 kWh/Jahr

Durch verfahrenstechnische Optimierungen, infrastrukturelle Maßnahmen wie das Verwenden von Energiesparlampen bei der Außen- und Innenbeleuchtung und Maßnahmen bei der Heiztechnik kann der Energiebedarf der EbS-Hauptkläranlage Wien um 3.270.000 kWh/Jahr verringert werden.

Wiens Klimabilanz profitiert

Mit der Umsetzung aller im Energieprogramm enthaltenen Maßnahmen leistet die EbS-Hauptkläranlage Wien auch einen positiven Beitrag zur Wiener Klimabilanz: Jährlich kann der CO2-Ausstoß um rund 584.000 Kilogramm reduziert werden.

Mikroorganismen fressen Schadstoffe – und Energie

Der jährliche Stromverbrauch der EbS-Hauptkläranlage Wien beträgt rund 60.000.000 kWh und damit rund 1 Prozent des Gesamtverbrauchs der Stadt Wien. Den Löwenanteil benötigen dabei die Trillionen von Kleinstlebewesen, die das Wiener Abwasser auf biologischem Wege reinigen: Durch das Einblasen von Luft über 32 Kreisel- und 48.000 Tellerbelüfter wird ihr Stoffwechsel aktiviert. Nur so funktioniert die optimale Reinigung des Wiener Abwassers.

EbS-Hauptkläranlage Wien – „Wir klären alles“

 „Wir klären alles“ lautet das Motto der EbS-Hauptkläranlage Wien, in der in Simmering die gesamten Abwässer gereinigt werden – pro Sekunde im Durchschnitt 7.000 Liter. Nach der mechanischen Reinigung nimmt sich die EbS-Hauptkläranlage Wien in den beiden biologischen Reinigungsstufen die Natur zum Vorbild. Mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann: Die Donau verlässt Wien in der derselben guten Qualität, in der sie in die Stadt gekommen ist.

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