NEUES „RECHENZENTRUM“ FÜR DIE HAUPTKLÄRANLAGE

Mit Inbetriebnahme der sechsten Linie ist die Erneuerung der Rechenanlage in der ebswien hauptkläranlage nun abgeschlossen. Schon im Vorfeld hatten die riesigen Rechen für einiges Aufsehen gesorgt.

Grobrechen der ebswien hauptkläranlage. © Christian Houdek
Einheben eines Feinrechens. © Christian Houdek

So zum Beispiel im bei der IFAT 2016 in München, wo „Original“-Rechen der ebswien zu sehen waren. Sind die neuen Rechen nun tatsächlich die weltweit größten, wie behauptet wurde, oder liegen sie zumindest in Europa an der Spitze? „Darauf kam es uns überhaupt nicht an“, betont Christian Gantner, Generaldirektor der ebswien hauptkläranlage: „Uns ging es ausschließlich darum, mit der neuen Anlage den Abscheidegrad zu erhöhen, also noch mehr Rechengut aus dem Abwasser der Wienerinnen und Wiener zu holen als bisher.“

Das soll das neue, nun zweistufige „Rechenzentrum“ leisten, wobei die Dimensionen doch beeindruckend sind: Jeder der zwölf Rechen ist mehr als sechs Meter hoch und rund 3 Meter breit. Die sechs neuen Grobrechen weisen eine Spaltbreite von acht Millimeter auf, sie ersetzen die bisherigen Rechen, deren Spaltbreite mit sechs Millimeter etwas geringer war. Rund 50 Meter davon entfernt – am Ende des Sandfangs, eines Gerinnes in dem Feststoffe im Abwasser zu Boden sinken und entfernt werden – stehen nun die neuen Feinrechen mit einer Spaltbreite von drei Millimeter. Hier ist die Strömungsgeschwindigkeit des Abwassers bereits erheblich geringer, die Chance der Feststoffe, sich an den Rechenstäben „vorbei zu schwindeln“ sinkt deutlich. Darauf wurde auch beim Anlagendesign geachtet: „Alle neuen Rechen sind in einem Winkel von 60 Grad eingebaut“, erläutert ebswien-Projektleiter Gerald Wandl, „dadurch erhöhen wir die Rechenfeldfläche im Abwasser und reduzieren die Strömungsgeschwindigkeit zwischen den Rechenstäben.“

Seit Ende des Jahres 2015 wurden die sechs neuen Rechenlinien sukzessive eingebaut, die Arbeiten erfolgten bei laufendem Betrieb der Hauptkläranlage. Schon der Teilbetrieb brachte eine erhebliche Steigerung des entfernten Rechenguts mit sich. Fielen im Jahr 2015 noch 5.065 Jahrestonnen an, so waren es im Vorjahr bereits 6.071 Tonnen. Das entspricht einer Steigerung von rund 20 Prozent. Wandl: „Ein hervorragendes Ergebnis. Mit Vollbetrieb aller sechs Rechenlinien werden wir  die von uns gesetzten Ziele voll und ganz erreichen.“

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