Zahlen, Daten, Fakten

Die Menge des Abwassers hängt von der Zahl der Einwohner und von den angeschlossenen Industrie- und Gewerbebetrieben ab. Die Belastung der Kläranlage durch die Schmutzfracht wird als Einwohnerwert (EW) angegeben, der sich aus Einwohnerzahl (EZ) plus Einwohnergleichwert (EGW) ergibt.

Der Einwohnergleichwert (EGW), als Maß für die abzubauende Schmutzfracht, entspricht der von einer Einwohnerin oder einem Einwohner täglich mit dem Abwasser abgegebenen Schmutzmenge. Sie wird als CSB gemessen. 1 EGW entspricht einem CSB von 120 g/d. So kann auch das Abwasser aus Gewerbe und Industrie hinsichtlich der Schmutzfracht gut mit kommunalem Abwasser verglichen werden. Die mittlere Belastung der auf 4 Millionen EW ausgelegten Hauptkläranlage beträgt rund 3,3 Millionen EW. 

Bei Trockenwetter gelangen bis zu 680.000 m³ Abwasser pro Tag in die Anlage, bei starkem Niederschlag oder Schneeschmelze müssen bis zu 1,6 Millionen m³ stark verdünntes Abwasser pro Tag bewältigt werden. Durch den Kläranlagenausbau und durch gesteuerte Rückhaltemaßnahmen im Kanalsystem werden bis maximal 18 m³ Abwasser pro Sekunde zur Kläranlage geleitet, die dann zur Gänze biologisch gereinigt werden. Das Abwasser durchströmt die Hauptkläranlage Wien, die sich über 42 ha Grundfläche erstreckt, in ca. 20 Stunden.

Abwassertechnische Daten

Einwohnerwerte (EW)
Auslegung4,0 Mio. EW
mittlere Belastung im Jahr 20163,32 Mio. EW

 

Mindestwirkungsgrade der Reinigungsleistung
BSB5> 95 %
CSB> 85 %
TOC> 85 %
Stickstoffentfernung> 70 %

 

Grenzwerte der Ablaufkonzentrationen
BSB515 mg/l
CSB75 mg/l
TOC25 mg/l
NH4-N5 mg/l
Pgesamt1 mg/l

 

Verweilzeit des Abwassers in der Anlage bei Trockenwetter20 Stunden
Durchschnittliche Zulaufmenge bei Trockenwetter7 m³/s
Maximale Zulaufmenge bei Regenmax. 18 m³/s

 

Bemessungsfrachten
BSB5240 t
CSB455 t
Stickstoff38 t
Phosphor5,7 t

Anlagentechnik

Mechanische Reinigungsstufe
Schotterfang2 Becken
Schneckenhebewerk6 Schneckenpumpen, Förderleistung je 3 bzw. 4,5 m³/s, Förderhöhe 5,2 m
Rechenwerkje 6 Grob- und Feinrechen, Breite 3 bzw. 3,25 m, Stababstand 8 bzw. 3 mm
Sandfang

6 Becken, Gesamtvolumen 4.320 m³, Tiefe 3,6 m

Vorklärbecken

8 Becken, Gesamtvolumen 28.415 m³, Tiefe 3 m
Primärschlammräumung mit Schildräumern

Erste biologische Reinigungsstufe
Belebungsbecken4 Becken, Gesamtvolumen 42.000 m³, Tiefe 2,6 m
Sauerstoffzufuhr durch 32 Kreiselbelüfter
Zwischenklärbecken16 Becken, Gesamtvolumen 65.360 m³, Tiefe 2,3 m
Räumung des Klärschlammes mit Schildräumern
Rücklaufschlammförderung2 Schneckenpumpwerke je 4,5 m³/s
FällmittelstationPhosphatfällung mit Eisen(III)sulfat
Zweite biologische Reinigungsstufe
Verdichterstation5 Verdichter mit je 45.000 Nm³/h, bzw. je 1.250 kW
Zwischenpumpwerk8 Abwasser-Propellerpumpen mit je 2,6 m³/s und 6 Rücklaufschlamm-Propellerpumpen mit je 2,7 m³/s
Verteilbauwerk15 Induktive Durchflussmessgeräte mit Regelklappen, DN 1200
Belebungsbecken15 Becken, Länge ca. 79 m, Breite ca. 33 m, Tiefe ca. 5,5 m, Gesamtvolumen 171.000 m³
Nachklärbecken15 Becken, Innendurchmesser 64 m, mittlere Tiefe 4,1 m, Gesamtvolumen 200.000 m³
Auslaufbauwerk3 Propellerpumpen, Förderleistung je Pumpe 8 m³/s bei Hochwasser der Donau / Donaukanal, bei Trockenwetter 2,5 m Fallhöhe im Auslaufkanal
Klärschlammbehandlung
Klärschlammeindicker4 Schlammeindicker, Gesamtvolumen 13.500 m³, eingedickte Schlammenge 4.000 - 12.000 m³ pro Tag, Trockensubstanzgehalt 3 - 5 %
Schlammentwässerung22 Zentrifugen,
Trockensubstanzgehalt des entwässerten Schlammes 35 - 39 %,
Heizwert (ca. 16.500 kJ/kgTS)
Schlammverbrennung3 Wirbelschichtöfen, Verbrennung des entwässerten Klärschlammes bei
850 °C

Glossar

BSB5
BSB5 steht für den biochemischen Sauerstoffbedarf in 5 Tagen. Dabei handelt es sich um eine Kenngröße für den Gehalt an biologisch abbaubaren Wasserinhaltsstoffen: Der biochemische Sauerstoffbedarf ist die Masse an gelöstem molekularen Sauerstoff, die von Mikroorganismen beim oxidativen Abbau (aber auch Umbau) organischer Inhaltsstoffe (Kohlenstoffverbindungen) des Wassers unter definierten Bedingungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums  (5 Tage) benötigt wird. Der BSB5 wird in mgO2/l (Wasser) angegeben.

CSB
CSB steht für Chemischer Sauerstoffbedarf. Der CSB ist eine Kenngröße für den Gehalt an sauerstoffzehrenden Wasserinhaltsstoffen. Der chemische Sauerstoffbedarf ist der bei der chemischen Oxidation von organischen Wasserinhaltsstoffen unter genormten Bedingungen ermittelte Verbrauch an Kaliumdichromat, anzugeben als Sauerstoffäquivalent in mg/l Wasser.

TOC
TOC steht für Total Organic Carbon, also den gesamten organisch gebundenen Kohlenstoff. Zusammen mit dem chemischen Sauerstoffbedarf (CSB) ist TOC eine wichtige Kenngröße für die Belastung eines Gewässers mit organischen Stoffen. Angabe in mg C/l (Wasser).

NH4-N
NH4-N steht für Ammonium-Stickstoff. Der Ammonium-Stickstoff ist eine anorganische Stickstoffverbindung, die u.a. beim biologischen Abbau organischer Stickstoffverbindungen (z.B. Eiweiß) entsteht. Der Ammonium-Stickstoff wird in mg N/l (Abwasser) angegeben.

Pges
Pges steht für Gesamt-Phosphor. Der Gesamt-Phosphor ist ein Summenparameter, der sich aus gelöstem anorganischen Phosphor (Orthophosphat) und gelöstem bzw. ungelöstem organischen Phosphor zusammensetzt. Der Gesamt-Phosphor wird in mg P/l (Abwasser) angegeben.

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