Kanalnetz

Das Wiener Abwasser aus Haushalten, Gewerbe und Industrie fließt im freien Gefälle zu den großen Hauptsammelkanälen, die das Abwasser zur Hauptkläranlage der Stadt Wien bringen.

Je nach Wetterlage muss die Hauptkläranlage Wien ganz unterschiedliche Abwassermengen mit unterschiedlichen Schmutzkonzentrationen beherrschen. 18 Wienerwaldbäche, die bei starkem Niederschlag bis auf das 2000fache anschwellen können, fließen unterirdisch durch die Stadt und in das Kanalnetz. Das ergab ungünstige Voraussetzungen für eine effiziente Abwasserreinigung.  

Doch auch das hat sich geändert:
Ein neues Kanalraummanagement sorgt für einen wesentlich kontinuierlicheren Abwasserzustrom. Die Techniker nutzen dabei geschickt die Speicherkapazitäten des Kanalnetzes zur Regenwasserrückhaltung. Bei Niederschlag sperren bewegliche Schieber die Hauptsammelkanäle ab und regulieren so den Abwasserstrom. Diese Absperrvorrichtungen sind seit 2005 flächendeckend eingebaut. Ein Netz von 20 Niederschlagsmessstationen und 40 Durchflussmessstationen liefert die Abwasserdaten aus ganz Wien. Durch gezieltes Steuern der Absperrvorrichtungen auf Basis dieser Daten kann der Abwasserstrom dann so über das Kanalnetz verteilt werden, dass Spitzenbelastungen der Kläranlage abgefangen werden können.

Die durchgeführten Modellsimulationen ergaben wesentliche Einsparungen zufolge des Wegfalles von aufwendigen Speicherbecken und eine Reduktion der erforderlichen Mischwasser-Kläranlagendurchsatzleistung. Das ermöglicht eine Senkung des maximalen Zuflusses zur Kläranlage von 24 m³ pro Sekunde auf 18 m³ pro Sekunde. Dadurch konnte der Kläranlagenausbau deutlich ökonomischer dimensioniert werden und im Betrieb herrschen jetzt stabilere Bedingungen.

 

ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H. - 11. Haidequerstr. 7 - A-1110 Wien - T: +43 1 76 099 - info@ebswien.at - Datenschutz