Abwasserreinigung

In Simmering, an einem der topographisch tiefst gelegenen Punkte Wiens nahe der Mündung des Donaukanals in die Donau, liegt die Hauptkläranlage der Stadt Wien. Hier werden die gesamten kommunalen Abwässer Wiens gereinigt. An Tagen mit Trockenwetter sind das mehr als 500.000 m³. Diese Menge entspricht der Wasserführung eines mittleren Flusses. Das Abwasser durchströmt in etwa 20 Stunden die mechanische und die beiden biologischen Reinigungsstufen der Anlage, bevor es geklärt in den Donaukanal und weiter in die Donau abläuft.

Mechanische Reinigung

Schneckenpumpwerk

Das über die Hauptsammelkanäle zufließende Abwasser wird im Schotterfang von den mineralischen Grobstoffen, wie Schotter und Kies befreit. Sechs Schneckenpumpen heben das Abwasser auf das Niveau der Anlage, das es nun im natürlichen Gefälle durchfließen kann. In der zweistufigen Rechenanlage werden mit Grob- und Feinrechen die Schwimm- und Schwebstoffe abgeschieden. Das Rechengut wird nach der Entwässerung in geschlossenen Containern zur Entsorgung gebracht. Im nachfolgenden Sandfang setzen sich feinere Feststoffe, Sand und Asche ab. Die letzte Stufe der mechanischen Reinigung des Abwassers erfolgt in den Vorklärbecken, auf die es durch die Zulaufgerinne aufgeteilt wird. Durch Verringerung der Fließgeschwindigkeit setzen sich die im Abwasser verbliebenen Schwebstoffe als Primärschlamm am Boden der Becken ab. Dieser Schlamm wird durch Räumer in Sammelrinnen geschoben und zu den Eindickern gepumpt. Durch die mechanische Reinigung des Abwassers lassen sich bereits bis zu 30 % der Schmutzstoffe entfernen.

Schotterfang
Schotterfang
Rechenanlage
Rechenanlage
Sandfang
Sandfang
Vorklärung
Vorklärung

Biologische Reinigung

Belebungsbecken 1. Stufe
Belebungsbecken 1. Stufe
Mikroorganismen
Mikroorganismen
Zwischenklärung
Zwischenklärung

Die folgende biologische Reinigung entspricht dem Vorbild der biologischen Selbstreinigung natürlicher Gewässer. In den Belebungsbecken bauen Mikroorganismen, die als „Belebtschlamm“ bezeichnet werden, die gelösten, vornehmlich organischen Verunreinigungen ab. Der für den Abbauprozess benötigte Sauerstoff wird durch Kreiselbelüfter eingetragen. Die Phosphatfällung mit Eisen(III)sulfat erfolgt durch Zudosierung in den Belebungsbecken. In den Zwischenklärbecken erfolgt die Trennung des Belebtschlammes vom vorgereinigten Abwasser. Die Mikroorganismen setzen sich mitsamt dem aufgenommenen Schmutz als Belebtschlamm ab. Ein Teil des Schlammes (Rücklaufschlamm) wird in die Belebungsbecken rückgeführt, um die Anreicherung mit Mikroorganismen zu beschleunigen und den Abbauprozess intakt zu halten. Der Überschussschlamm wird in die Eindicker gepumpt. Das Abwasser fließt über die Zahnschwellen aus den Zwischenklärbecken in ein Gerinne, welches in die zweite biologische Reinigungsstufe führt.

In den Jahren 2000 bis 2005 wurde die Hauptkläranlage Wien massiv ausgebaut. Die Erweiterung erfolgte dabei durch die Errichtung einer zweiten biologischen Reinigungsstufe zur Stickstoffelimination (Nitrifikation und Denitrifikation). Unter Anwendung der neuesten Technik wird seither mit einer erhöhten Reinigungsleistung ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz in Wien geleistet.

Der Ablauf der ersten Belebungsstufe und der Rücklaufschlamm aus der zweiten Belebungsstufe werden dem Zwischenpumpwerk zugeleitet, von wo Abwasser und Schlamm mit Propellertauchmotorpumpen in ein gemeinsames – mit Mischelementen ausgestattetes – Gerinne gepumpt werden. Wegen der Aufteilung des Abwasserstroms nach der Vorklärung erfolgt auch in diesem Bereich eine Phosphatfällung mit Eisen(III)sulfat.

Belebung 2. Stufe
Belebung 2. Stufe

Im Verteilbauwerk wird der Abwasserstrom gleichmäßig auf die 15 Belebungsbecken der zweiten biologischen Reinigungsstufe aufgeteilt, die baulich in drei Blöcke zusammengefasst sind. Jedes Belebungsbecken der zweiten Stufe besteht aus drei Beckenkaskaden. Die erste Kaskade bildet dabei ein vorgeschaltetes, unbelüftetes Denitrifikationsbecken, dem zwei nacheinander durchflossene Umlaufbecken (Kaskade 2 und 3) nachgeschaltet sind, in denen eine simultane Nitrifikation und Denitrifikation erfolgt. Propeller-Rührwerke sorgen für eine gleichmäßige Strömung und Durchmischung im Belebungsbecken. Die Belebungsbecken sind mit feinblasigen Tiefenbelüftern ausgestattet und es ist möglich, das belüftete Volumen an die Temperatur und die Schmutzfracht anzupassen. An jedes Belebungsbecken schließt eine Entgasungszone an, aus dem das zugehörige Nachklärbecken beschickt wird. 

Nachklärung
Nachklärung

In den 15 runden Nachklärbecken erfolgt die Trennung des gereinigten Abwassers vom Belebtschlamm. Jedes Nachklärbecken ist mit Doppelräumern und getauchten Ablaufrohren ausgestattet und weist einen Durchmesser von 64 m auf. Ein Teil des Schlammes wird in die Belebungsbecken rückgeführt (Rücklaufschlamm), um die Anreicherung mit Mikroorganismen zu beschleunigen und den Abbauprozess intakt zu halten. Der Überschussschlamm wird in die Eindicker gepumpt. Der Ablauf der Nachklärung fließt nach Passieren der laufenden Kontrolle im Analysenbauwerk über das Auslaufgerinne in den Donaukanal. Ein Teil des nitrathältigen Ablaufes wird bei Trockenwetter in die erste Stufe zurückgeführt, um die dortigen Denitrifikationskapazitäten zu nutzen

Klärschlammbehandlung

Schlammeindicker
Schlammeindicker

In den Klärschlammeindickern werden Primär- und Überschussschlamm gemeinsam unter Einfluss der Schwerkraft auf einen Trockensubstanzgehalt von ca. 4 % eingedickt und anschließend unterirdisch in das Werk Simmeringer Haide der Wien Energie zur Schlammbehandlung gepumpt. Nach Entwässerung in Zentrifugen wird der Klärschlamm in Wirbelschichtöfen bei 850°C verbrannt.

Reinigung der Abluft

Um Geruchsbelästigung zu vermeiden, wurden Schotterfang, Schneckenpumpen, Sandfang und Klärschlammeindicker sowie die Schlammrinnen abgedeckt. Die Entlüftung dieser Anlage erfolgt über Biofilter.

Die Kläranlage im Detail

Folgen Sie den Links, um mehr über die einzelnen Reinigungsschritte in der ebswien hauptkläranlage zu erfahren.

ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H. - 11. Haidequerstr. 7 - A-1110 Wien - T: +43 1 76 099 - info@ebswien.at