Damit die Donau blau bleibt

Trinkwasser wird durch unterschiedliche Verwendung – vom Duschen bis zum Betätigen der WC-Spülung – zu Abwasser und dabei mit Feststoffen und gelösten Inhaltsstoffen verunreinigt. Die gelösten Stoffe enthalten organische und anorganische Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen. Ungeklärtes Abwasser stellt für ein Gewässer eine Belastung dar. Bis zu einem gewissen Maß können Gewässer diese Belastung durch ihr natürliches Selbstreinigungsvermögen abbauen. Dabei wird aber der Sauerstoff im Gewässer verbraucht, vor allem beim Abbau von organischem Kohlenstoff. Die Folge: Das natürliche ökologische Gleichgewicht ist belastet. Die Beeinträchtigung des ökologischen Zustandes kann mit einer deutlichen Verschlechterung der Gewässergüte bis hin zu einem Fischsterben verbunden sein. Von großer Bedeutung für den nachhaltigen Gewässerschutz ist auch die Entfernung der Pflanzennährstoffe Stickstoff und Phosphor. Stickstoff in Form von Ammonium und Nitrit ist in zu hoher Konzentration ein Fischgift. Bei einer starken Anreicherung der Nährstoffe kommt es auch zur Überdüngung, der „Eutrophierung“, die durch ein massives Algenwachstum in den betroffenen Gewässern gekennzeichnet ist. Das kann bei Sauerstoffmangel später zu einem „Kippen“ des Gewässers führen. Aus hygienischer Sicht betrachtet ist durch ungeklärtes Abwasser ein Gefährdungspotential für den Menschen vorhanden.

Die Behandlung von Abwässern in der Kläranlage dient also dem Schutz der Gewässer und stellt daher einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz dar. Die ebswien stellt sich dieser Herausforderung und betreibt im Auftrag der Stadt Wien die im Jahr 1980 eröffnete und 2005 massiv erweiterte Hauptkläranlage. Auf 420.000 Quadratmeter – einem Tausendstel der Fläche Wiens – werden in Simmering die gesamten Abwässer, die in der Bundeshauptstadt je zur Hälfte aus Haushalten bzw. aus Gewerbe und Industrie stammen, gereinigt: mehr als 6.000 Liter pro Sekunde, rund 200 Milliarden Liter pro Jahr. Nach der mechanisch-biologischen Reinigung fließt das geklärte Abwasser über den Donaukanal in die Donau. Und das mit einem Erfolg, auf den die mehr als 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ebswien hauptkläranlage stolz sind: Die Donau verlässt Wien in derselben guten Qualität, in der sie in die Stadt gekommen ist.

Der Standort der Hauptkläranlage ist gut gewählt, liegt er doch an einem der topographisch tiefst gelegenen Punkte Wiens. So gelangt das Abwasser über das Wiener Kanalsystem beinahe zur Gänze im freien Gefälle in die Anlage, der Energieeinsatz für Pumpen wird damit so gering wie möglich gehalten. Auf sparsamen Ressourcenverbrauch legt die ebswien hauptkläranlage größten Wert, insbesondere im Bereich Energie. Davon zeugen zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz der Anlage und der Einsatz eines breiten Mix von erneuerbaren Energieträgern. Auch der anfallende Klärschlamm dient schon jetzt der Energiegewinnung. Durch die energieoptimierte Schlammbehandlung kann die ebswien hauptkläranlage (Projekt E_OS - Energie_Optimierung Schlammbehandlung) den für die Reinigung der gesamten Wiener Abwässer nötigen Strom ab dem Jahr 2020 selbst erzeugen.

Wie viel Wasser verbrauchen Sie?

Im Schnitt 130 Liter Trinkwasser verbraucht jede/r Wiener/-in täglich. Der Großteil wird für Körperhygiene und WC-Spülung verwendet, nur drei Liter werden getrunken bzw. zum Kochen verwendet. Der größte Teil des verbrauchten Trinkwassers gelangt als Abwasser über das Kanalnetz in die Kläranlage. Im Schnitt mehr als 6.200 Liter pro Sekunde.

Das WC ist kein Mistkübel!

Abfälle und andere Dinge, die nicht ins Abwasser gehören, verursachen Probleme im Kanalnetz und in der Kläranlage und schaden unsere Umwelt. Hier erhalten Sie Tipps zur richtigen Entsorgung.

Ihr direkter Draht zu uns ...

99 % der Wienerinnen und Wiener verfügen über einen Anschluss an das Wiener Kanalnetz, ein absoluter Spitzenwert im internationalen Vergleich. In den 2.400 Kilometer langen Kanälen fließt das Abwasser, zumeist im freien Gefälle, direkt nach Simmering in die Hauptkläranlage Wien.

ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H. - 11. Haidequerstr. 7 - A-1110 Wien - T: +43 1 76 099 - info@ebswien.at