Mikroorganismen fressen Schadstoffe - und Energie

Neben der permanenten Optimierung der Energieeffizienz im laufenden Betrieb widmet sich die ebswien hauptkläranlage intensiv dem Einsatz von erneuerbaren Energien (Projekt SternEStrom aus erneuerbarer Energie). Aus verschiedenen Teilprojekten ergibt sich ein Einsparungspotenzial von insge­samt. 6.800.000 kWh/Jahr, das entspricht pro Jahr

  •    rund 11 % des Gesamtverbrauchs der ebswien hauptkläranlage
  •    einer CO2-Entlastung der Wiener Klimabilanz um mehr als 2.800.000 kg.

Wasserkraft

Aufgrund der spezifischen Rahmenbedingungen auf der Hauptkläranlage (entsprechend große Abwassermenge und Fallhöhe) stellt der Einsatz einer doppelt regulierten Kaplanturbine im Auslaufbauwerk eine sehr wirtschaftliche Möglichkeit der Energieerzeugung dar. Der erzeugte Strom wird in das Verteilernetz der Hauptkläranlage eingespeist und ermöglicht eine Einsparung von rund 2 % des Gesamtstromverbrauchs.

Seit Mai 2009 ist die Turbine im Kläranlagenablauf in Betrieb und sie erfüllt die in sie gesetzten Erwartungen: Sie erzeugt jährlich bis zu 1,3 Millionen kWh sauberen Strom. Die Leistung ist natürlich vom Niveauunterschied des Kläranlagenablaufs zum Donaukanal abhängig: Führt der Donaukanal Hochwasser ist die Leistung der Turbine geringer.

Echte Größe: Die Wasserkraftschnecke ist 13,5 Meter lang und wiegt 26 Tonnen.

Etwas „stromaufwärts“ der Kaplan-Turbine sorgt seit Mai 2013 eine mehr als 13 Meter lange und 26 Tonnen schwere Wasserkraftschnecke für sauberen Strom. Rund 550 Millionen Liter an gereinigtem Abwasser fließen täglich über ein Gerinne in Richtung Auslaufbauwerk und überwinden dabei einen Höhenunterscheid von rund 1,7 Meter. Dieses Gefälle nutzt die schräg in Wasserfließrichtung eingebaute Wasserkraftschnecke zur Stromerzeugung: Das gereinigte Abwasser versetzt die Wasserkraftschnecke in eine Drehbewegung, die von einem Generator in Strom umgewandelt wird. So können pro Jahr rund 500.000 kWh an Öko-Energie gewonnen werden, das entspricht einem knappen Prozent des Gesamtbedarfs der Hauptkläranlage.

Sonnenenergie

Solarthermie zur Warmwasserbereitung.

Die Installation einer thermischen Solaranlage mit einer Leistung von 88 kW am Flachdach des Büro- und Sozialgebäudes zur Nutzung der Sonnenenergie mittels Großflächen-Aufbaukollektoren (Kollektorfläche 126 m²) reduzierte den Fermwärmeverbrauch für die Warmwasserbereitung (Duschen- und Küchenbedarf) um 25 %. Die Einbindung in die bestehende Warmwasseraufbereitunsanalge erfolgt derart, dass das System vorrangig über die Solaranlage beheizt und nur bei erhöhtem Energiebedarf bzw. ungünstigen Wetterbedingungen mit Fernwärme versorgt wird.

Sonne tanken an der Solartankstelle.

Durch den Einbau einer Photovoltaikanlage am Flachdach der Ventilatorstation 2 erzeugt die ebswien hauptkläranlage elektrische Energie in der Größenordnung von ca. 10.500 kWh pro Jahr. Die Solaranlage weist eine Leistung von ca. 10 kWp und eine Kollektorfläche von 60 m² auf. Mit dieser zusätzlichen Energiequelle wird an der Solartankstelle u. a. der elektrische Energiebedarf von drei im Betrieb der Hauptkläranlage im Einsatz befindlichen Elektrofahrzeugen und der neu angeschafften E-Fahrräder gedeckt werden.

Windkraft

Seit Mitte 2011 kommt eine Kleinwindkraftanlage mit einer Leistung von knapp 10 kW auf dem Gelände der ebswien hauptkläranlage zum Einsatz. Die Kleinwindkraftanlage hat eine Gesamthöhe von 23 Meter, der Rotor einen Durchmesser von 8,5 Meter. Um Strom zu gewinnen, wird die Bewegungsenergie des Windes von drei Rotorblättern in eine Drehbewegung gewandelt, die einen Generator antreibt – ähnlich wie bei einem ganz normalen Fahrraddynamo. Die Kleinwindkraftanlage erzeugt so viel sauberen Strom, wie für die Beleuchtung der 3.500 Meter langen Kollektorgänge im „Keller“ des 420.000 m² großen Anlagengeländes benötigt wird.

Einbau der Kaplanturbine.
Die Kleinwindkraftanlage der ebswien.
 

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