EOS - Energie-Optimierung Schlammbehandlung

Als zukunftsweisendes Klimaschutzprojekt der rot-grünen Koalition in Wien präsentierten Umweltstadträtin Ulli Sima und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou im Herbst 2011 das Projekt EOS – Energie-Optimierung Schlammbehandlung der ebswien hauptkläranlage. Ab 2020 wird die Hauptkläranlage durch die Reinvestition in Vorklärung und 1. biologische Reinigungsstufe und den Neubau der Klärschlammbehandlung zum Energie-Selbstversorger.

Für die optimale Reinigung aller Wiener Abwässer verbraucht die Hauptkläranlage sehr viel Energie. „Schon jetzt setzt man in der ebswien auf den Ausbau alternativer Energieträger. Nach Inbetriebnahme der neuen Klärschlammbehandlung kann das Unternehmen mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, als es selbst benötigt und wird damit energieautark“, erläutert Sima. Das werde die Betriebskosten deutlich verringern: „Das Projekt ist ein weiterer Schritt in Richtung einer Ökologisierung der Energieerzeugung in Wien und ein zentrales Klimaschutzprojekt. Zusätzlich reduziert  es die Betriebskosten deutlich. Damit zeigt EOS, dass Investitionen in den Klimaschutz auch ökonomisch sinnvoll sind“, betont Vassilakou.

Platz für den Klimaschutz

Die Vorklärung und 1. biologische Reinigungsstufe in der Hauptkläranlage laufen seit 1980 im Dauerbetrieb und stehen ab 2015 zur Erneuerung an. Die Reinvestition ist aus folgenden Gründen notwendig:

  • Die Anlage bleibt dadurch auf dem neuesten Stand der Technik.
  • Die Instandhaltungskosten sinken beträchtlich.
  • Die Betriebssicherheit im Fall von Revisionen und den immer häufiger auftretenden Hochwässern (Gefahr des Aufschwimmens der Becken) kann deutlich gesteigert werden.

Mit einem gleichzeitigen Neubau der Schlammbehandlung sind optimale Synergien möglich. Durch die Vertiefung der Becken wird die flächenmäßige Ausdehnung der 1. biologischen Reinigungsstufe reduziert, wodurch der nötige Platz für den Neubau der Schlammbehandlung geschaffen wird.

  • Es entstehen sechs Faulbehälter mit einer Höhe von 35 Meter.
  • Ein Blockheizkraftwerk wandelt das Klärgas in Energie um.
  • Aus 20 Millionen m³ Methan entstehen 78 GWh Strom und 82 GWh Wärme. Es können daher sowohl Gas, als auch Strom oder Wärme aus erneuerbarer Energie gewonnen werden.

Energie-Selbstversorgung ab 2020

Die ebswien hauptkläranlage benötigt zur Reinigung des gesamten Wiener Abwassers derzeit jährlich 60 GWh Stunden Strom, rund 1 % des Wiener Gesamtbedarfs. Gemäß Wiener Klimaschutzprogramm (KliP) und dem Städtischen Energieeffizienz-Programm (SEP) setzt die ebswien seit dem Jahr 2008 konsequent auf die Erhöhung der Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energieträger. Im Projekt SternE – Strom aus erneuerbarer Energie wurden bereits Teilprojekte zur (Ab-)Wasser-, Solar- und Windenergienutzung umgesetzt. Insgesamt kann der Energiebezug dadurch um 11 % verringert werden.

Das Projekt EOS geht weit darüber hinaus:

  • Die ebswien hauptkläranlage wird energieautark: Durch die Nutzung von Klärgas im Ausmaß von 20 Millionen m³ Methan pro Jahr (1 % der in Wien durchgeleiteten Erdgasmenge) kann die ebswien hauptkläranlage die gesamte für die Abwasserreinigung benötigte Energie selbst erzeugen.
  • Das gewonnene Klärgas ist als vollwertiger erneuerbarer Energieträger anerkannt, der im Gegensatz zu Sonne und Wind ständig und zuverlässig verfügbar ist. Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen in der ebswien liegt nach Inbetriebnahme der neuen Schlammbehandlungsanlage bei mehr als 100 %.
  • Die Wiener Klimabilanz profitiert erheblich: Der Ausstoß von CO2-Äquivalenten sinkt um rund 40.000 Tonnen pro Jahr! Das entspricht den Treibhausgas-Emissionen einer Kleinstadt mit 4.000 Einwohnern oder 6.700 Erdumrundungen mit einem PKW.

Bauarbeiten bei laufendem Betrieb

Während der Bauphase am Projekt EOS muss die Funktion der Vorklärung und der 1. biologischen Reinigungsstufe der Hauptkläranlage aufrecht bleiben. Daraus ergibt sich eine Bauzeit von sechs Jahren. Nach Abschluss des behördlichen Genehmigungs- und des Vergabeverfahrens erfolgt der Baustart im Frühjahr 2015. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2020 vorgesehen.

  • 2012: Genehmigungsverfahren
  • 2014: Vergabeverfahren
  • Frühjahr 2015: Baubeginn
  • Ende 2020: Inbetriebnahme

Klimaschutz zum „Nulltarif“

Die Kosten für die notwendige Reinvestition Vorklärung und 1. biologische Reinigungsstufe belaufen sich aus heutiger Sicht auf 100 Millionen Euro. Die Investitionskosten für die Klärgasnutzung liegen aus heutiger Sicht ebenfalls bei 100 Millionen Euro. Die Investitionen für das EOS-Gesamtprojekt belaufen sich somit auf 200 Millionen Euro (auf Preisbasis 2010).

Das EOS-Projekt ist, gerade im Lichte stetig steigernder Energiepreise, zwingend: Durch die Selbstversorgung mit Energie und die Verwertung der Überschüsse sinken die Betriebskosten der Hauptkläranlage so weit, dass sich die Klärschlammbehandlungsanlage von selbst finanziert. EOS bringt also Klimaschutz zum „Nulltarif“.

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