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Stadträtin Ulli Sima

Die Kläranlage wird zum Öko-Kraftwerk

Wien setzt mit dem Projekt E_OS – Energie_Optimierung Schlammbehandlung neue Maßstäbe, die schon jetzt international Vorbildwirkung haben. Kläranlagen gehören stets zu den größten kommunalen Energieverbrauchern: Rund 60 GWh jährlich an Strom verbraucht die Wiener Hauptkläranlage zur Reinigung der gesamten in Wien anfallenden Abwässer, das entspricht einem knappen Prozent des Wiener Gesamtverbrauchs. Durch die effiziente Nutzung der im Klärschlamm enthaltenen Energie kann die ebswien ab dem Jahr 2020 die gesamte zur Abwasserreinigung benötigte Energie selbst aus dem erneuerbaren Energieträger Klärgas erzeugen. Mit E_OS wird die Hauptkläranlage also zum Öko-Kraftwerk. Davon profitiert auch die Wiener Klimabilanz erheblich: Der Ausstoß von CO2-Äquivalenten sinkt ab 2020 um rund 40.000 Tonnen pro Jahr. Unter Berücksichtigung der zu erwartenden Indexsteigerungen werden sich die Gesamtkosten für das Projekt E_OS auf rund 250 Millionen Euro belaufen. Wien investiert in die Umwelt, gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

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Sauberes Abwasser. Saubere Energie.

Mikroorganismen sorgen in biologischen Reinigungsstufen für die Abwasserreinigung.

Mehr als 6.000 Liter Abwasser gelangen in die Hauptkläranlage der Stadt Wien – pro Sekunde! Nach 20 Stunden fließt das gereinigte Abwasser in die Donau, ohne ihre Wasserqualität zu beeinflussen. Zur Abwasserreinigung auf diesem hohen Niveau benötigt die Hauptkläranlage knapp 1 Prozent des gesamten Wiener Strombedarfs. Den Löwenanteil an Energie, rund zwei Drittel des Verbrauchs der Hauptkläranlage, benötigen die Mikroorganismen, die die Schmutzstoffe aus dem Abwasser entfernen.

Seit Jahren steht das Thema Energie im Fokus der ebswien. So werden auf dem Anlagengelände Sonnenenergie, Wasser- und Windkraft genutzt und zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt. Der Strombedarf konnte durch die unter der Bezeichnung SternE – Strom aus erneuerbarer Energie zusammengefassten Teilprojekte bereits um rund 11 % verringert bzw. durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Als einem der ersten Unternehmen Österreichs gelang der ebswien hauptkläranlage schon im Jahr 2012 die Zertifizierung ihres Energiemanagementsystems nach ISO 50001. Mit dem Projekt E_OS – Energie_Optimierung Schlammbehandlung gehen wir nun einen gewaltigen Schritt weiter: Durch die Nutzung des erneuerbaren Energieträgers Klärgas kann die gesamte für die Abwasserreinigung benötigte Energie ab 2020 zur Gänze selbst auf dem Anlagengelände erzeugt werden.

Platz für den Klimaschutz

Seit 1980 stehen sie im Dauerbetrieb: Die Becken der Vorklärung und der 1. biologischen Reinigungsstufe haben das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Die nötige Reinvestition bringt auch in diesem Teil der Hauptkläranlage mehr Energieeffizienz, steigert die Ausfallssicherheit und senkt die Instandhaltungskosten. Das Volumen der Becken im Baufeld wird im Rahmen von E_OS um 50 Prozent vergrößert. Da die Belebungs- und Zwischenklärbecken aber in Zukunft deutlich höher sein werden, kommen sie mit einer wesentlich kleineren Grundfläche aus. Der dadurch frei werdende Platz kann für die Schlammbehandlungsanlage – und damit für den Klimaschutz – genutzt werden.

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Zukunft
Klima
Umwelt

 

Schlammfaulungsanlagen entstanden bisher vor allem zur Stabilisierung und Reduktion des Klärschlamms, der als „Reststoff“ bei der Abwasserreinigung anfällt, die dabei gewonnene Energie war nur ein „angenehmer Nebeneffekt“. Beim Projekt E_OS stand dagegen die größtmögliche Energieausbeute von Anfang an im Vordergrund. So entwickelte die ebswien hauptkläranlage gemeinsam mit dem Institut für Gewässergüte der Technischen Universität Wien ein innovatives Verfahren. Bevor der Schlamm in die Faulbehälter gelangt, muss ihm Wasser entzogen werden. Je „dicker“ der Schlamm dabei ist, desto besser für die Energiebilanz. Der Schlamm muss für die Faulung nämlich einschließlich des enthaltenen Wassers erwärmt werden. Ein geringerer Wasseranteil spart dabei Energie. Zu „dick“ darf der Schlamm aber auch nicht werden, da er sonst nicht mehr gepumpt werden könnte. Umfangreiche Testreihen in der E_OS-Versuchsanlage haben die theoretischen Annahmen eindrucksvoll bestätigt, die ebswien kann die neuen Faulbehälter mit einem doppelt so hohen Feststoffgehalt wie üblich betreiben. Gute Ideen bringen also mehr Energie!

Durch das Projekt E_OS wird die ebswien vom großen Energieverbraucher zur energiepositiven Kläranlage. Sie kann also – über den Zeitraum eines Jahres betrachtet – mehr Energie (insbesondere Strom) erzeugen, als sie für die Abwasserreinigung benötigt (siehe Grafik unten). Die Wiener Klimabilanz profitiert maßgeblich: Der Ausstoß von CO2-Äquivalenten sinkt um rund 40.000 Tonnen pro Jahr, das entspricht 6.700 Erdumrundungen mit einem PKW. 

Energiebilanz mit E_OS

Die Grafik vergleicht den Energiebedarf der ebswien hauptkläranlage und die Menge der in der Schlammbehandlungsanlage nach Fertigstellung des Projekts E_OS erzeugten Energie: Einem Strombedarf von 63 GWh pro Jahr steht ein Output von 78 GWh pro Jahr gegenüber. Noch deutlicher fällt der Überschuss bei der Wärmeerzeugung aus: Die Produktion von 82 GWh übertrifft den Jahresbedarf von 40 GWh um mehr als das Doppelte.

 

 

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E_OS News

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E_OS Ansichten

  • © Christian Houdek

    E_OS-Versuchsanlage

    Umfangreiche Versuchsreihen lieferten wertvolle Erkenntnisse für die E_OS-Großanlage. © Christian Houdek

  • © LBS/Open Brand Design

    Fokus auf Energie:

    Die ebswien hauptkläranlage wird ab 2020 zum Öko-Kraftwerk. © LBS/Open Brand Design

  • © Christian Houdek

    E_OS-Versuchsanlage:

    Inbetriebnahme durch Umweltstadträtin Ulli Sima und ebswien-Generaldirektor Christian Gantner © Christian Houdek

  • © Felicitas Matern

    UVP-Verfahren:

    Die Einreichunterlagen für die E_OS-Umweltverträglichkeitserklärung umfassten 220 Ordner! © Felicitas Matern

  • © Eva Kelety

    Grundsteinlegung für E_OS

    durch BVin Eva-Maria Hatzl, Bürgermeister Michael Häupl, Umweltstadträtin Ulli Sima und ebswien-Chef Christian Gantner (von rechts). © Eva Kelety

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E_OS Achtung, Baustelle!

Nach erfolgreich abgeschlossenem UVP-Verfahren und europaweiten Ausschreibungsverfahren wird seit 2015 gebaut. Die Umsetzung des Projektes E_OS stellt eine logistische Herausforderung dar. Sie erfolgt bei laufendem Betrieb der Hauptkläranlage. Die Qualität der Abwasserreinigung in Wien muss dabei zu jedem Zeitpunkt gesichert sein. Daraus ergibt sich die Bauzeit von mehr als fünf Jahren.

Die bisherigen Projekt-Meilensteine im Überblick:

 

2010Auftrag an die ebswien hauptkläranlage zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie
2011ebswien legt positive Machbarkeitsstudie vor
2012Ausführung des Projekts E_OS wird einstimmig im Wiener Gemeinderat beschlossen
2013Inbetriebnahme Versuchsanlage; Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)
2014positiver UVP-Bescheid; europaweite Ausschreibungsverfahren
2015Grundsteinlegung & Baubeginn

 

 

 

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E_OS Videos

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E_OS Downloads

DownloadpfeilDownload E_OS Projekt Fotos300 dpi jpg
Die ebswien hauptkläranlage nach Umsetzung des Projektes E_OS.

Die ebswien hauptkläranlage nach Umsetzung des Projektes E_OS
© LBS/ebswien

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Rendering des Projekts E_OS in der ebswien hauptkläranlage.

Projekt E_OS in der ebswien hauptkläranlage - Sujet
© LBS/ebswien

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Grafik Projekt E_OS in der ebswien hauptkläranlage.

Grafik Projekt E_OS in der ebswien hauptkläranlage
© LBS/ebswien

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Die E_OS-Versuchsanlage in der ebswien hauptkläranlage.

E_OS Versuchsanlage
© PID/Christian Houdek

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Download E_OS Projekt TexteFormat
Download Pressemitteilung Grundsteinlegung13. April 2015 / PDF
Download E_OS-BroschürePDF